Riesig: Deutschland-Trip per Cessna

Geschrieben von hb.mbl am 10. August 2010 | Abgelegt unter Airports, VFR

Nach dem erfolgreichen Bestehen des “Language Proficiency Check” in Englisch (quasi ein FCE für Piloten) im Juli ist meine Ausbildung nun “fertig-fertig”. Das nächste Ziel, was ich mir vorgenommen habe, war ein Flug ins Ausland. Nördlingen (EDNO) habe ich als Ziel ausgewählt. Bitte, wo?

In der Hauptsache war das Ziel, pro Weg ungefähr zwei Stunden zu fliegen. Navigatorisch sollte es mich nicht überfordern. Und hübsch durfte die Destination auch sein. Irgendwie bin ich dann auf diese mittelalterliche Kleinstadt auf halber Strecke zwischen Ulm und Nürnberg gekommen - 300km Luftlinie von Bern, auf der Strasse ca. 450km.

Alles war vorbereitet und Petrus machte schliesslich auch mit. Bei tollem Wetter sind wir vergangenen Samstag in Bern mit der HB-CGI gestartet.

Nach einer guten halben Stunde überfliege ich bei Laufenburg BL die Landesgrenze.

Das Münster in Ulm ist mit seinen 169m die höchste Kirche der Welt! Die Donau ist schon ein stattliches Flüsschen geworden… eben noch 30km weiter im Westen musste man den Bach suchen!

Willkommen in Nördlingen (EDNO)! Die HB-CGI hat den Flug tadellos überstanden und wird jetzt die Nacht draussen auf dem Rasen des Rieser Flugsportvereins e.V. verbringen. Wir gehen in der Zwischenzeit das Städtchen entdecken.

Nördlingen liegt in einem Einschlagskrater eines Meteoriten mit rund 25km Durchmesser, dem Nördlinger Ries. Es gibt ein Kratermuseum, die rundum laufende Stadtmauer mit den Türmen, ein Eisenbahnmuseum, hübsche Altstadthäuser und den “Daniel”, den rund 90m hohen Kirchturm im Zentrum der Stadt. Wirklich sehr malerisch!

Es war wirklich sehr gemütlich und wer je in der Gegend sein sollte, dem kann ich einen Stopp mehr als empfehlen! Anderntags ging es zeitig wieder südwärts - das Wetter war etwas schlechter als am Samstag. In Friedrichshafen, wo die Zeppeline gebaut werden, gabs einen Zwischenhalt.

Entlang vom Bodensee (Überlingen, Konstanz), Rhein (Stein am Rhein, Schaffhausen/Rheinfall, Koblenz) ging es zuerst westwärts und dann entlang der Aare südwärts. Mit einer mittelprächtigen Landung in Bern beendeten wir den Trip und die Cessna 172 wurde wieder in den Hangar geschoben. Für mich war’s nicht wirklich Erholung, aber es hat ries-ig gemacht!

To be continued :-)

“People’s Choice” der Woche 29

Geschrieben von hb.mbl am 4. August 2010 | Abgelegt unter Medien

Mein 998. Bild in der Aviatik-Bilderdatenbank jetphotos.net sieht so aus:

(click für die 1280px-Version bei jetphotos.net)

Eben dieses Bild haben die User der Seite während der letzten Woche zum zweit-beliebtesten Bild gewählt und mit dem “People’s Choice Award” versehen :-)

Besonders stolz macht mich die Tatsache, dass es gerade vor einem (schönen) St.Maarten-Bild von Chris Kilroy, dem Webseiten-Gründer, gelandet ist :-))) (s. unten rechts)

STÄDTETRIP, HOME MADE.

Geschrieben von hb.mbl am 26. Juli 2010 | Abgelegt unter Airports, VFR

Es gibt tatsächlich noch einige Städte in der Schweiz, in die ich noch keinen Fuss gesetzt habe. Der Walliser Kantonshauptort Sion/Sitten ist eine solche. Aber ein “Städtetrip” in den Nachbarkanton? Ja klar, und sogar mit dem Flugzeug ;-)

Bereits unterwegs in der Röschtigraben-Gegend über dem Schiffenensee-Staudamm. Hinter der Strebe das Dorf Gurmels, im Hintergrund der Murten- und Neuenburgersee, garniert mit Mt. Vully und Jura.

Alles klar auf dem Flightdeck! Das GPS kam erstmals zu einem (Teil-) Einsatz als “Moving Map”. Wie man sieht, das Wetter gegen die Alpen hin nicht “grand beau” - eine mässige Föhnströhmung blies uns südwärts und sorgte dafür, dass wir nie vergassen, im Element “Luft” unterwegs zu sein.

Blick aufs Panel der Cessna 172 HB-CGI - alles im grünen Bereich!

Und bereits sind wir im Anflug auf die Piste 25 von Sion LSGS -  geradewegs über ein Industriequartier hinweg. Sion, ein veritabler Stadtflughafen…

…und es gibt nicht nur “Kleinvieh” - neben dem obligaten NetJets-Businessjet gibts auch britische und dänische Beech KingAir’s. Im Wallis blies ein strammer Föhn, wie man am Windsack erkennen kann.

Happy Hour nach der Landung - genau 50min nach dem Start in Bern. Jetzt noch ein kleiner Fussmarsch, bis…

…wir 20 Minuten später die Stadt am Fuss des Tourbillon-Hügels erkundeten. Ok, wir suchen krampfhaft ein hübsches Gässchen mit einem gemütlichen Restauräntchen - die Stadt war wie ausgestorben und irgendwie auch nicht besonders malerisch. Immerhin, ein gemütliches Restaurant mit Terrasse fanden wir dann doch noch und so stand dem kulinarischen Genuss nichts mehr im Weg. Ein paar Stunden später dann…

…einchecken für Flug MBL0007 im Terminal von Sion International Airport - sogar eine NetJets-Theke gibts hier - die wohlhabenden Luxustouristen lassen sich offenbar zahlreich ins Wallis kutschen.

Unsereiner muss noch alles selber machen - aber auch die Landung 50min später in Bern gelang problemlos und beschloss unseren kleinen hausgemachten Sonntagsausflug ins Wallis zu aller Zufriedenheit :-)

PC-12 Rundflug zum Feierabend

Geschrieben von hb.mbl am 15. Juli 2010 | Abgelegt unter Aircraft, VFR

Computer herunterfahren, den Hof queren und ins Flugzeug steigen - ganz schön dekadent…! Komm mit auf einen genussvollen Feierabendflug, der genauso erfrischend war wie ein Sprung in den See :-)

Seelisberg, Vierwaldstättersee, Brunnen SZ.

Zermatt (Findeln) und der Findelgletscher.

Der 4478m hohe Zacken namens Matterhorn.

Aletschgletscher mit Konkordiaplatz.

Finsteraarhorn, Fieschergletscher (vorne), Unterer Grindelwaldgletscher (hinten) und Schreckhorn.

Mit dem Pilatus über den Pilatus.

Leuchtende Leuchtenstadt.

Anflug auf die Piste 07L in Buochs. Links das Gelände des Herstellers unseres Flugzeugs.

Ein toller Flug, ein super Flugzeug und ein prima Tagesabschluss. I like!

Special thanks to Silvan :-)

Bravo, André! Merci, Bertrand!

Geschrieben von hb.mbl am 8. Juli 2010 | Abgelegt unter Aircraft

Man kann es irgendwie nicht richtig einordnen. Aber die Crew der Solar Impulse rund um den Initiator Bertrand Piccard hat es tatsächlich geschafft: Sie konstruierte ein Flugzeug, das einzig mit Solarstrom fliegt.

(c) Der Bund

1600kg schwer und eine Spannweite von gut 63m, vierzig PS. Irgendwie glaubt man, das Ding könne gar nicht fliegen. Seit dem letzten Dezember sind wir schlauer, damals fanden die ersten Hüpfer statt (auch die Gebrüder Wright fingen mit Hüpfern an, übrigens.). Der Jungfernflug fand am 7.4.2010 statt.

Gestern Mittwoch, 7.7.2010 startete Pilot André Borschberg in Payerne zu einem 24h-Flugversuch. Auf www.solarimpulse.com konnte man zusehen - der Vogel zog über dem Jura seine lautlosen Kreise.

(c) Reuters

Irgendwann (konkret am Abend) wurde es dunkel. Die 400kg Akkus an Bord waren randvoll und der Riesensegler hatte zudem die kinetische Energie aus 7000 Höhenmetern in sich. Nach dem langsamen Absinken auf 1500müM flog der Pilot akkubetrieben weiter, bis in den nächsten Sonnenaufgang - Mission erfüllt!

(c) Keystone

Die beiden Pioniere, der Visionär und der Pilot. Gratuliere zu dieser eindrücklichen Leistung!

Eine Bemerkung aus fliegerischer Sicht: Die Bedingungen waren recht optimal - wenig Turbulenzen, volle Sonnenscheindauer zwischen Sunrise und Sunset und am nächsten Tag wiederum Sonne. Wie sich der Flieger bei turbulenten Winden, schlechterem Wetter und weniger Sonne verhält - ich bin gespannt ob es die Solar Impulse wirklich über den Atlantik resp. sogar um die Welt schafft. Noch zweifle ich…

Madeira - 12 und mehr Höhepunkte!

Geschrieben von hb.mbl am 4. Juli 2010 | Abgelegt unter Holidays

(Leider) nach der heimischen Schlechtwetterperiode und mitten im grassierenden WM-Fieber nahm ich reissaus - auf die Blumeninsel im Atlantik, nach Madeira. Eines gleich vorneweg: Die Insel ist Genuss pur! Quasi ein ferienmässiges Traumtor …nun ja, dem Fussball konnte man sich auch dort nicht entziehen - Portugal war ja auch noch im Rennen und deutsche Touristen gibts überall ;-) Anyway, hier ein paar Eindrücke der Reise:


Ja, ich gestehe, mit EasyJet geflogen zu sein ;-) Die Briten sind ja mittlerweile allgegenwärtig und haben sich auch ein gutes Stück vom Inselverkehr-Kuchen abgeschnitten. EZY transportiert Dich von A nach B zu Tarifen, die einer Eisenbahngesellschaft auch gut stehen würden - da konnte ich auch nicht nein sagen. Aber mehr Emotion ist da nicht. Immerhin: Die ganze Abwicklung inklusive WWW klappte gut, noch selten bin ich pünktlicher geflogen und die Airbus A319 in Sardinenbüchsenausführung sind recht neu (2009 resp. 2006 auf dem Rückflug). Nun aber zu einigen Highlights:


#1: Aviatikbegeisterten ist er ein Begriff: Aeroporto da Região Autónoma da Madeira / Aeroporto da Santa Catarina / Aeroporto do Funchal oder einfach FNC/LPMA. Die Säulenkonstruktion der Pistenverlängerung aus dem Jahr 2000 wurde mit dem “Outstanding Structures Award” ausgezeichnet. Der Anflug auf die Piste 05 gehört zum anspruchsvollsten, was Piloten in Europa “hinkriegen” müssen - hier wird noch von Hand geflogen! Natürlich war ich auch mit der Kamera am Pistenrand unterwegs - davon aber in einem späteren Eintrag mehr.


Aber nun zu anderen Pisten, #2: Die Strassen Madeiras. Hier im Bild die einzige, einigermassen flache und längere Gerade der Insel auf der Hochebebne Paul da Serra (mitten im Niemandsland auf 1500müM). ALLE! anderen Strassen Madeiras sind steil und kurvig. Dies gilt selbst für den Expressway - es muss geschaltet und gebremst und gelenkt werden, dass es schier in Arbeit ausartet! Einzig in den zahlreichen Tunnels kann man sich etwas entspannen. An dieser Stelle ein Ratschlag für alle Besuchenden: Beim Mietwagen sollte man nicht sparen und ggf. ein kräftiges Modell (Diesel, Mittelklasse) wählen :-) Die Beschilderung ist gut, der Zustand der Strassen ist vernünftig und die Einheimischen haben einen moderat südeuropäischen Fahrstil (und kämpfen genauso mit den Tücken der Geografie und mangelnder Leistung ihrer Untersätze).


Eben, die anderen Verkehrsteilnehmer, stellvertretend für #3 ein Peugeot 404 Pick-Up in Topzustand. Auf Madeira gibt es noch viele ältere Autos in gutem Zustand. Das französische Modell oben wurde 1960-75 gebaut und steht immer noch makellos da. Aber auch alte englische Sportwagen, luftgekühlte VW (Käfer und Co.), Mercedes W114/5 und W123, vorzugsweise als Saugdiesel, sowie einige andere Raritäten sind auf der Insel unterwegs. Die Volta à Madeira Classic Rallye wurde während meiner Anwesenheit ausgetragen und so sah man extraviel schönes altes Blech.


#4: Unterwegs zu Fuss - Wandern ist auf Madeira definitiv ein “Must-Do”. Warum? Ganz einfach - die Landschaft ist rauh, zerklüftet, grün, kurz atemberaubend. Es ist nicht zu heiss, so 25°C, und - man wandert meist entlang einer Levada, diesen typischen Bewässerungskanälen, welche das Wasser von den feuchten Nordhängen auf die sonnige Südseite bringen und für die Landwirtschaft von grosser Bedeutung sind.


#5: Die Landwirtschaft an den unmöglichsten Stellen: Jeder noch so kleine Flecken Erde wird terrassiert und der fruchtbaren Lava-Erde wird allerlei Früchte und Gemüse abgerungen. Auch auf dem Bild oben kann man die Terrassen erkennen - bewässert wurden sie natürlich von oben durch eine Levada. Ganz offensichtlich scheint sich der Aufwand zu lohnen - man bedenke auch, dass viele Nahrungsmittel ansonsten von weit her angeliefert werden müssten, zu entsprechenden Preisen.


#6: Die Steilklippen. Wie gesagt, überall wird etwas angebaut. So auch am Fuss der Cabo Girão, mit ca. 580m eine der höchsten Steilklippen Europas. Die Aussicht und der Tiefblick sind überwältigend!


#7: Die Madeira-Banane (lat. Bezeichnung unbekannt) - vor allem an der Südküste wird die kleine, geschmackintensive Frucht überall angepflanzt. Sie wird üblicherweise roh gegegessen, aber auch gerne gedämpft zum Espada (Degenfischfilet) serviert. Lecker!


#8: Die Blütenpracht. In Parks, am Strassenrand, im Unterholz, überall blüht es auf der Insel in den vielfältigsten Formen und Farben. Das ausgewogene Klima ist dabei sehr hilfreich (und der Mensch hilft manchmal auch nach). Bougainvillea, Hibiskus, Oleander, Strelizien (Bild), Feigenkaktus, Drüsen-Äonium, Hortensien, die “Afrikanische Liebesblume” und “Der Stolz Madeiras” - es blüht auf Schritt und Tritt und zwar während praktisch dem ganzen Jahr. Nicht umsonst spricht man vom ewigen Frühling auf dieser Insel.


#9: Die Blütenpracht reloaded. Ich werde ja gar nicht fertig… Sehr viele Blumen kann man sich im Jardim Botanico, dem Botanischen Garten in Madeira, in aller Ruhe ansehen. Die Kunstgärten (s.o.) mit geometrischen Mustern und geschnittenen Büschen wirken etwas deplaziert, aber der Rest ist durchaus sehenswert. Es gibt Sukkulenten, allerlei Bäume und Palmen und Blumen bis genug. Müssig zu erwähnen, dass der Garten in extremer Hanglage angelegt ist und man auch etwas für die körperliche Ertüchtigung tut.


#10: Die Ponta de São Lourenço, das Ostkap der Insel, gehört zu den trockensten Regionen der Insel. Hier ist die Vegetation komplett anders, die Winde peitschen auf der nördlichen Seite die Wellen an die Klippen und auf der südlichen Seite (Bild) geniesst man die farblichen Kontraste vom roten, gelben und schwarzen Lavagestein zum tiefblauen Atlantik.


#11: Top of the Island, der Pico Ruivo. Nach einer einfachen, rund einstündigen Wanderung erreicht man den höchsten Punkt der Insel, den 1861müM hohen Pico Ruivo. Man hat eine grandiose Rundumsicht auf die Insel - wenn die Wolken auf der Nordseite nicht wären… Die Passatwinde schaufeln jedoch immerzu feuchte Luft an die Nordhänge und man kann den Wolken förmlich zusehen, wie sie über die Insel fliessen.


#12: Das Wasser. Es macht Madeira erst lebenswert, ermöglicht der Bevölkerung ein Auskommen (nicht zu vergessen die Fischerei im Ozean) und lässt die Insel zum Blumenparadies werden. Als Besucher habe ich diese Aspekte sehr genossen und ich würde Madeira allen Reisenden empfehlen, die auf Badestrände verzichten können (wie gesagt, Deutsche hat es dennoch ;-) ), die gerne in der Natur sind und eine rauhe Landschaft faszinierend finden - erholsamer Aktivurlaub par excellence.

Ein frischer Start ins Wochenende!

Geschrieben von hb.mbl am 13. Juni 2010 | Abgelegt unter Aircraft, VFR

Vom 11. bis zum 13. Juni fand das erste von total fünf Treffen der Saison 2010 der Wasserflugzeug-Szene in der Schweiz statt, wie immer hervorragend organisiert von der Sea Planes Association Switzerland SPAS und gestützt von lokalen, kantonalen und nationalen Behörden. Gerne erinnere ich mich an die besuchten Treffen 2005 und 2007 in Bönigen auf dem Brienzersee…

Am Freitag Abend nützte ich die Gelegenheit für einen Kurzbesuch mit Kurzrundflug in einer Piper PA-18 Super Cub mit Amphibienschwimmern. Viel Spass mit den Bildern!

Die Piper PA-18 N5362X ist erst seit dieser Saison in Europa aktiv und ist in Deutschland stationiert. Die Wipline Floats enthalten auch ein Radfahrwerk für den Landgang.

Und schon gehts los. Richtig: In den Flip-Flops! Da kommt schon bald Malediven-Stimmung auf :-)

Gut festhalten! Geniale Aussicht :-) Super Cub Fliegen ist einfach der Hammer…

Links: Brunnen SZ, Rechts: Seelisberg

Somewhere in the Caribbean Sea!

Ach nein, das ist ja gleich ums Eck: Die Rigi zeigt sich unter dem Flügel genau so wie…

…die malerische Ecke beim Schloss Meggenhorn.

Sightseeing entlang von Seeufern ist bereits so wunderschön - aber aus dem offenen Fenster einer Piper Super Cub wird’s genial - und nicht zu übertreffen ist es, wenn man anschliessend mit dem Flugzeug in der Bucht landet, aussteigt und im Seerestaurant einen Ice Tea schlürft! Seaplanes - what else?

Die Lizenz zum Fliegen

Geschrieben von hb.mbl am 9. Juni 2010 | Abgelegt unter PPL, VFR

… endlich ist sie Tatsache! Juhuuuuuiii!

Am frühen Nachmittag des - eben heute - wurde das Werk vollbracht! Das Urteil des Flight Examiners, also des Prüfungsexperte lautete auf “bestanden”, was ich natürlich gerne akzeptierte… Hach und langsam aber sicher weicht die Anspannung der Freude und dem Stolz über das Erreichte :-]

Als ich im Frühjahr 2004 zum ersten Mal mit der Sportfliegerei in Kontakt kam, war es zwar seeehr ;-) interessant, doch ich dachte nie und nimmer, einmal selbst am Steuer zu sitzen… Beinahe unzählige Male war ich später als Passagier unterwegs (die Abenteuer kann man in diesem Blog nachlesen!) und so ganz langsam reifte der Entscheid, es selbst auch zu probieren. Nach dem “Essay” auf verschiedenen Flugzeugen war es dann im Oktober 2008 soweit: Der erste Schultag.

Schrittweise arbeitete ich mich durch die theoretische Ausbildung, welche ich im März 2009 erfolgreich abschloss. Im gleichen Monat fand ein Wiedersehen mit dem Flugzeug statt, mit welchem ich oben erwähnte erste Erfahrung machte: Die Cessna 172 Skyhawk HB-CGI. Die Ausbildung ging dann weiter und unterwegs genoss ich viele spannende und interessante Stunden in der Luft, lernte viel, schwitzte viel, (zahlte viel) und fotografierte - wenig. Man war ja eben nicht für den Plausch unterwegs. Ok, vom einen oder anderen Flug gibt es dennoch Impressionen - einfach mal im Archiv stöbern.

Eigentlich ist fliegen lernen ja voll easy: Man kann tun und lassen was man will - da sitzt ja immer jemand nebendran und passt auf (falls sie oder er auch mit Überlebenswille gesegnet ist): Der Flight Instructor. Bis dann eines Tages der Moment kommt, wo es heisst: “So, und jetzt Du - alleine!” . Ieks, kann ich das denn? Ja, einfach genau so wie bisher, wie man es bereits zig dutzendfach gemacht hatte. Und tatsächlich, im August des vergangenen Jahres war es dann soweit: First Solo! Die Anspannung ist gleich Null - ohne Ansage, ohne Vorbereitung, einfach los. Die Freude ist umso grösser, das Gefühl, ganz alleine in einem Flugzeug zu sitzen und es fliegen zu können, das ist einfach genial.

Etwas weniger genial war danach der weitere Verlauf der Ausbildung - Stellenwechsel und Umzug sei Dank wurde die Koordination nicht eben einfacher. Auch Petrus war mir nicht gnädig, der Winter war - aus fliegerischer Sicht - ein Graus, ein grauer Tag reihte sich an den anderen. Klar, dass ich an den wenigen schönen Tagen arbeiten musste oder bereits anderweitige Pläne hatte. Wenigstens konnte ich im Winter im Simulator Erfahrung im Gebrauch der Navigationsinstrumente sammeln. Leider war Petrus hartnäckig unkooperativ, selbst den ersten Prüfungsversuch in der vergangenen Woche liess er scheitern - zu viel Wind!

Aber irgendwann “ist man fällig”. Ein ausführliches Briefing vor dem Flug - der starke Morgennebel (grrr, Petrus!) bremste den Tatendrang nur anfangs - und danach “Cleared for take-off” Richtung Lausanne für einen Navigationsflug. Obschon der Platz mir relativ gut bekannt ist (u.a. erste Solo-Landung ausserhalb des Heimatplatzes), versiebte ich zwei Landungen auf der abschüssigen Piste 18. Puuuh, in der Hälfte durchgefallen? Nein, auf dem Rückflug sollte ich nochmal eine Chance kriegen. Dieser verlief etwas ereignisreicher: Steilkurven, Strömungsabrisse, Notlandeübung, Eventualplanung, die Stunde Flug hatte es definitiv in sich. Die Landungen zurück in Bern klappen dann zu meiner eigenen Überraschung ;-) gut und schliesslich nickte der Experte nebendran - bestanden!

Nach 2 Stunden Papierkram (Formulare A bis E, Bescheinigungen 1-4 und das ganze noch zweimal kopiert) hielt ich die Lizenz endlich in den Fingern, die Lizenz zum Fliegen :-)

Erwischt: Pilot umarmt im Freudentaumel das Flugzeug!

Well, an dieser Stelle einige “Danke’s”: Der besseren Hälfte für ihre Entbehrungen, insbesondere zeitlicher Art. Den Arbeitgebern für die Flexibilität bei meiner Zeitplanung. Dem Fluglehrer für seine Engelsgeduld mit einem nicht immer einfachen Schüler. Allen anderen Fluglehrern, die mir irgendwann irgendwo irgendwas beibrachten (Wasserfliegen inbegriffen :-D ). Der Flugschule Alp-Air für die Unterstützung während der gesamten Ausbildung (Prädikat: empfehlenswert!). Allen befreundeten und bekannten Piloten (erstaunlicherweise kenne ich bis jetzt keine weiblichen Pilotinnen) für viele spannende Flüge i.V.m. Anschauungsunterricht. Allen Freunden und Bekannten, welche sich tausend langweilige Geschichten vom Fliegen anhören mussten. Allen anderen, die ich vergessen habe. Und last, but not least, Wilbur und Orville Wright für die Erfindung des Motorfluges!

The Wright Brothers Memorial auf dem Kill Devil Hill in Kitty Hawk, Outer Banks, North Carolina, U.S.A., besucht während der Ferien im Herbst 2006.

Die grauen Mäuse aus Stans

Geschrieben von hb.mbl am 25. Mai 2010 | Abgelegt unter Aircraft

Grau - eine attraktive Farbe? Überhaupt, eine Farbe? Seit 1995 kurvt der Pilatus PC-12 (s/n 134) HB-FOG - nomen est omen - durch die Lüfte. Das Special Mission Modell “Eagle” ist in den Diensten der armasuisse unterwegs und hebt sich mit dem Adlerdekor, der mattgrauen Lackierung und den signalorangen Winglets von der Masse (immerhin um die 1000) der “normalen” PC-12 Geschäftsfliegern ab.

Und siehe da: Heute, 15 Jahre später, wird beim Hersteller wieder der graue “Farb”kessel hervorgeholt. Die finnische Luftwaffe hat sich für den PC-12 M entschieden, um ihn als Transportflugzeug einzusetzen. Im Gegensatz zu obigem Modell ist die Farbe jedoch mit Klarlack überzogen und wird damit zu “glossy grey” - wem’s gefällt…

Übrigens, das Flugzeug im Bild wird künftig als FI-03 unterwegs sein. Es trägt die Seriennummer 1213 und ist damit der 1001.  gebaute PC-12 und erst wenige Tage alt! Aber eigentlich freue ich mich mehr auf neue, phantasievolle Lackierungen als auf graue Mäuse ;-)

Nummer 1000 : Herzliche Gratulation Pilatus!

Geschrieben von hb.mbl am 18. Mai 2010 | Abgelegt unter Aircraft

Das Roll-out war am 01. Mai 1991und der Erstflug fand am 31. Mai 1991 statt: Wir reden vom erfolgreichsten Schweizer Flugzeug aller Zeiten, vom Pilatus PC-12, genauer gesagt von der HB-FOA.

Ziemlich genau 19 Jahre später hat nun in Stans das 1000. Flugzeug dieses Typs die Werkhallen verlassen!

Die temporäre schweizerische Immatrikulation lautet HB-FQF(11). Nach der Auslieferung wird der 1000. PC-12 in Kanada unterwegs sein. Bereits heute fliegt der PC-12 mit der Seriennummer 800 in Kanada mit der Registration C-FMDF. Wie das jetzt dann geregelt wird, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Stichwort Seriennummer: Der 1000. PC-12 trägt die Seriennummer 1212 (und damit kriegt er von mir den Nickname “Double Twelve” ;-]  ) aus folgenden Gründen: Erstens trug die erste Produktionsmaschine die Nummer 101 und zweitens wurde nach der 888. Maschine in der ursprünglichen Konfiguration ein Facelift durchgeführt. Die PC-12NG “Next Generation” wurde dann mit der Seriennummer 1001 ins Rennen geschickt, die erste Maschine mit der bezeichnenden Registration N47NG.

Zum Schluss bleibt mir nur noch eins: Herzliche Gratulation an die Pilatus Flugzeugwerke AG zu diesem Erfolg!

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