Nusstorte holen, reloaded!

Manche Piloten können mit den Buchstaben LSZS nicht viel anfangen. Die ICAO Bezeichnung steht für den Flugplatz Samedan im Engadin. Meist kriegt man zu hören, es sei zu teuer da zu landen. Andere Argumente gibt es meist nicht. Nun gut, wer nicht will, den kann man nicht zwingen, auf Europa’s höchsten Flugplatz in einer landschaftlich reizvollen und fliegerisch anspruchsvollen Gegend zu fliegen. Leider konnte ich diesmal auch keine Mitflieger gewinnen. Müsst ihr halt vom Sofa aus zugucken. Auf gehts!

Fluggerät meiner Wahl war wieder einmal die tolle und entspannende Cessna 172 Skyhawk SP HB-CQW der AlbisWings. Nach dem Start in Hausen flog ich südwärts…  
Rigi, Zugersee, Mittelland | Göscheneralpsee | Oberalpsee | Reiseflug auf 10000ft

In Andermatt drehte ich dann auf Ostkurs. Der Himmel weit über mir war mehrheitlich bedeckt, dafür war es praktisch windstill, einfach herrlich, so durch die dritte Dimension zu schneiden. Praktisch kein Verkehr, und doch sollte ein Segelflieger mich ziemlich nahe kreuzen. Rausschauen! Und richtig abbiegen!

 
Am Calanda rechts | Über Bivio links | Über Maloja umkehren | Über St. Moritz geradeaus

Und schon kommt die Platzrunde des höchsten Flugplatzes auf Europa. Sie befindet sich auf 6600ft. Ich weiss ja nicht – aber wer will sich bitte bei solchen Aussichten über ein paar Fränkli aufregen???

Der Flugdienstleiter schlägt mir die Piste 21 vor, wegen des Windes. Also dann, Landung nach eigenem Ermessen, die Cessna setzt sich (für einmal) schön hin.

Wenn man auf dem Engadin-Airport Samedan LSZS landet, dann… – ist der AFIS’ler freundlich – ist der Einweiser hilfsbereit [Einwinken, Chockes platzieren, willkommen heissen, nach Bedürfnissen fragen] – sind die C-Büro Leute locker und freundlich und für ein zwei Worte zu haben – werde ich beim Ausfüllen der Abflugmeldung gefragt, ob alles in Ordnung sei. Sie haben verstanden – die Landetaxe ist nicht prohibitiv, sondern ist der Preis zum Betrieb der Infrastruktur in dieser abgelegenen, hohen Gegend (mir kommen Bierpreise auf SAC-Hütten in den Sinn…). Und die Freundlichkeit ist das billigste Mittel, um die Piloten dennoch willkommen zu heissen. Es wäre sehr schade, wenn man, in Ausübung eines ziemlich teuren Hobbies, nicht bereit wäre, vielleicht 20 CHF extra liegen zu lassen für diese aussergewöhnliche Destination. In dem Sinne – hoffe ich natürlich, dass ich noch manches Mal ein Bild vom Apron von Samedan posten kann…!


Ausflug Ost über Bever | Zernez Richtung Ofenpass | Flüelapass | Wolfgangpass

Nach der Stärkung das Boarding für den Flug BleuAir 007 – wie schon der Hinflug nur für die Crew. Dafür stieg die leichte 180PS Maschine locker aus dem Tal… Nach einen Celerina-Wende flog ich ostwärts dem Inn entlang bis nach Susch, und bog dann links ab, weil ich *susch* (haha…) nach Österreich einfliegen würde. Via Flüelapass, Weissfluhjoch und Prättigau erreichte die Cessna auf 11’000ft wieder ihre 115kt Reisegeschwindigkeit bei 65% und etwa 33lt/h – nicht besonders schnell, aber absolut chillig!


„Rheintalblick“ | Blick auf Churfirsten & Säntis | Sektor Ost LSZN | Mission accomplished!

Nach dem Hangarieren über den Flug nachdenken, fliegerisch analysieren und die Eindrücke einsinken lassen – und dazu einen Kaffee mit etwas Nusstorte frisch aus dem Engadin – was gibt es gemütlicheres??? To be repeated!

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