…and perhaps the most exciting journey I ever made!
Schon bevor ich nach Dänemark abreiste, setzte sich die fixe Idee in mir fest, Grönland zu bereisen. Wie das so ist mit fixen Ideen… man muss sie einfach umsetzen. Der Lonely Planet wurde im Winter noch in der Schweiz beschafft und lieferte einige wertvolle Hinweise für meine Reisepläne. Ein Reisebüro in Kopenhagen half schliesslich bei den Nägeln mit Köpfen und buchte Hotels und Flüge. Nun ja, man kann es ja noch abenteuerlicher haben, zelten und so, aber dafür bin ich in der Aussenstation schlicht nicht eingerichtet. Zudem bin ich ja auch ein wenig ein Genussmensch! 😉
Mit Air Greenland via Kangerlussuaq traf ich also eines regnerischen Nachmittags in Ilulissat ein. Die drittgrösste Stadt auf Grönland ist gleichzeitig die „Tourismus-Hochburg“ – insbesondere dank dem Gletscher (Eqip Kujalleq) und dem Eisfjord (Ilulissat Kangerlua), die 2004 in die UNESCO-Liste aufgenommen wurden. Nun, die Aussicht auf die Disko Bay wäre auch ohne Auszeichnung total atemberaubend und hat sich tief in meine Netzhäute gebrannt.
[Im Uhrzeigersinn] 1) Einzigartig gelegen ist das Hotel, welches einen super Überblick über die Disko Bay erlaubt. Der graue Himmel machte den Ausblick bei meiner Ankunft nur noch spektakulärer. 2) Einfach dasitzen und wirken lassen! Besonders zu erwähnen ist die nicht vermittelbare Stille, die mich die ganze Woche über begleitete und sich manches Mal auch im Kopf ausbreitete. 3) Da wir uns auf über 69° nördlicher Breite befinden, ist auch Essig mit Finster. Die Sonne scheint auch um Mitternacht noch. Kann einen echt konfus machen… 4) Und auch gearbeitet wird ungeachtet der Tages-, äh, Nachtzeit! Die Uhren ticken, wenn überhaupt, anders auf Grönland…
[Im Uhrzeigersinn] 1) Von den Eisbergansichten konnten ich und meine Kamera einfach nicht genug kriegen. So war ich gleich zwei Mal auf einem Schiff und kreuzte zwischen den schwimmenden Würfel umher. Man achte auch auf das völlig glatte Meer! 2)+3) Immer wieder neue Aus- und Ansichten, der Kameraverschluss am Anschlag und bei jedem Bild ein „aah“ im Kopf… 4) Eine „Einsicht“ hingegen war nicht wirklich häufig zu sehen – meist sind die riesigen Eisberge ja massiv und das Licht dringt nicht von innen durch.
[Im Uhrzeigersinn] 1) Nur noch eins… 2)… und noch eins. Erwähnenswert übrigens, dass die Bucht ihr Aussehen täglich veränderte, mal hatte es weniger, mal mehr Eis im Wasser. Nur die ganz grossen Stücke bewegten sich kaum. 3) Aussicht über den Hafen von Ilulissat hinüber auf Disko Island. Den Weg hier rauf habe ich übrigens wandernd zurückgelegt, ein bisschen Bewegung musste schon sein. 4) Den nächsten Ausflug dann machte ich wieder auf dem Schiff, wir besuchten Eqip Sermia, ein (weiterer) Gletscher, der direkt ins Meer fliesst. Er wurde vor allem durch den französischen Polarforscher Paul-Emile Victor berühmt, der hier eine Forschungsstation einrichtete (welche AFAIK immer noch betrieben wird). Mit unserer (harten) Nussschale sind wir durchs Eis bis 200m an die Gletscherzunge gefahren.
[Im Uhrzeigersinn] 1) Etwas weiter nördlich, in Qaarsut, hat’s mich dann für einige Stunden in ein ursprüngliches 200-Seelen-Dorf verschlagen. Wie überall hat es auch hier viele Schlittenhunde, die den Sommer über vor allem rumliegen. 2) Der Strand bei Qaarsut, wo ich dieses Eiswürfeli im Endstadium auf Pixel festhielt, war gleichzeitig der nördlichste Punkt meiner Reise, auf ca. 70°44’N (das Nordkap liegt auf 71°10’N). Mit einem Helikopter der Air Greenland ging es nun nach Uummannaq. 3) Nach Wiki heisst der Ort zu deutsch der Robbenherz-Förmige“ wegen des 1175m hohen Felsens, der die kleine Insel dominiert. Die Anordnung der Häuser der 1500 Einwohner ist spektakulär… 4) … und die Aussicht genauso.
5) Nach all diesen starken Eindrücken hiess viel zu schnell, den Heimweg anzutreten. Nach dem Übersetzen mit dem Heli nach Qaarsut brachte mich das grönländische „Workhorse“, die Dash-7, wieder nach Kangerlussuaq. 6) Von dort brachte mich – nach einer Übernachtung – anderntags der Airbus A330 der Air Greenland zurück nach Kopenhagen – wo ich den ersten Sonnenuntergang nach einer Woche erlebte…
Eine ausführliche Bildergalerie findest Du hier unter diesem Link. Viel Spass beim Betrachten!!!
…die Erinnerungen an Kalaallit Nunaat, das Land der Grönländer, werden jedoch – genau so wie die Mitternachtssonne, ganz sicher nie untergehen!




