21.08.09, 10:38 a.m. LT, Bern-Belp

„Hotel Whisky Echo, tailwind 310 degrees 3 knots, you are cleared to land runway one-four“

„Cleared to land runway one-four, Hotel Whisky Echo“

… und dann setzte ich die Cessna 172 zum allerersten Mal als Solo-Pilot nach 18 Minuten Flugzeit auf der Piste im Belpmoos ab!

Ja, der heutige Morgen war wirklich genial. Am Anfang war der Flight Instructor natürlich noch an Bord der HB-CWE. Wir starteten zu einer Trainingssession „Circuits fliegen“, um die Procedures und den Landeanflug zu trainieren. Nach vier Landungen und einem tiefen Durchstart rollten wir zur Parkposition und ich wollte die Checkliste für den Motorstopp und Parking abarbeiten. Der Fluglehrer unterbrach mich sofort und fragte mich: „Willst Du jetzt alleine?“. Puh, das Blut im Kopf beschleunigte – „bin ich wirklich fit dafür? Kann ich auch eine sechste Runde so toll hinlegen wie die fünf davor?“ Ich zögerte aber nur kurz und antwortete dann „Auso, ich bin bereit!“

Der Fluglehrer stieg aus und begab sich hinter die Abschrankung. Nochmal ging ich im Kopf den Ablauf durch und erhielt vom Tower die Rollfreigabe. Bevor ich auf die Piste rollte, ging ich alle Checks nochmal durch – jetzt machte ich sie plötzlich für mich und nicht um den Instruktor zufriedenzustellen 😉

Mit der Startfreigabe rollte ich auf die Piste und gab den 150PS vor mir Futter. Wie immer beschleunigte die Maschine und kurz vor 60kts (~100km/h) war ich in der Luft. So weit so gut. Die Steiggeschwindigkeit war grösser als sonst und im Handumdrehen hatte ich nach einer 180°-Kurve die Höhe des Gegenanflugs erreicht. Leider hörte ich am Funk, dass viel Verkehr auf dem Anflug war und so wurde ich in eine Warteschlaufe geschickt. Danach noch eine. Und dann noch eine dritte. Schon wurde ich etwas nervös, aber ich konnte jetzt den Anflug fortsetzen. Landekonfiguration erstellt, Sinkflug eingeleitet und schon drehte ich auf die Piste ein.

Der Endanflug war dann allerdings nicht bilderbuchreif, sondern viel zu hoch. Als ich 200m vor dem Aufsetzpunkt war, wusste ich, dass dies einen Murks geben würde. Die immer wieder eingetrichterte Losung in solchen Fällen – Gas geben und durchstarten – kam in sicherer Höhe und mit genügend Geschwindigkeit zur Anwendung. Also nochmal in den Steigflug, Landeklappen einfahren und wieder in den Gegenanflug drehen. Diesmal erhielt ich die Landefreigabe ohne Warterei – ich war auch etwas nervös und glücklich dafür.

Dezidierter als vorher sank ich über dem Villenvorort Muri auf den Anflugpfad ab und diesmal sah alles gut aus. Vom Tower erhielt ich die Landefreigabe, reduzierte die Geschwindigkeit auf gut 65kts (~110km/h). Motor in den Leerlauf und den Vogel abfangen klappte diesmal wie es sollte! Auf der Parkposition angekommen musste ich zuerst 2, nein 5, nein 10 Mal tief durchatmen, das verschwitzte Shirt lüften und dann kam auch schon der Fluglehrer und gratulierte dem überglücklichen Piloten.

Sensationell, dieses Gefühl, und ein riesengrosser Motivationsschub! Hurra, ich bin gefliegt!

Ja, und damit wurde ich in die Galerie der Erfolge der Alp-Air aufgenommen! 🙂

Damit ist die Ausbildung aber noch lange nicht fertig! Jetzt gilt es, die Festigungsstufe abzuschliessen und dann stehen noch viele Flüge ins Umland an, auf die ich mich schon sehr freue!

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3 Antworten zu 21.08.09, 10:38 a.m. LT, Bern-Belp

  1. Pingback: bleuair.ch » …ready for departure!

  2. hb.mbl sagt:

    Mittlerweile, auf den Tag genau 9 Monate später, nach einem nebligen Winter und einem grauen Frühling ist meine Ausbildung abgeschlossen. Der begehrte Stempel und die Unterschrift des Chief of Flight Training prangen in meinem Flugbuch. Der letzte Schritt, die Prüfung, folgt bald 😉

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