HB-UCM – weckt den Tiger in mir :-)

…oder, um es blumiger auszudrücken, am zarten PPL-Pflänzchen stösst der zweite Trieb aus – Startschuss zur Einweisung auf den Grumman American AA-5B “Tiger” HB-UCM der Motorfluggruppe Pilatus.

Das erste Zusammentreffen mit dem Tiger in seinem engen Gehege am Flugplatz Kägiswil. Augenfälligster Unterschied zur Cessna 172 ist natürlich die “Karrosserieform” – ein Tiefdecker gegen die bisher geflogenen Hochdecker. Ein weiteres Merkmal ist das geschleppte Bugrad, ans Rollen muss ich mich gewöhnen.

Lycoming O-360 – der grosse Unterschied unter der Haube. Der Vierzylinder bringt 180PS an den Propeller und damit 20PS (oder 12.5{f7915d0ad926f41913bd6e526b481f118f0e2a8d5648629b6f1051a73525101d}) mehr als der O-320 in der C172. Nach dem Aussencheck heisst es dann auch schon “Gentlemen, start your engine”.

Durch das “Schiebedach” (sliding canopy) setzt man sich in den Flieger. Das Panel ist weder kompliziert noch überfrachtet. Grundsätzlich sind alle Instrumente bekannt. Zwei Unterschiede zur Cessna sind jedoch äusserst wichtig zu lernen: a) Die Benzinpumpe und b) der Tankwahlschalter. Bei Tiefdeckern muss der/die Pilot/in den Sprit aus den, eben. tiefer gelegenen Flügeln in den Vergaser pumpen. In bestimmten Situationen muss dazu eine Backup- oder Hilfspumpe zugeschaltet werden. Dazu muss auch explizit der Tank per Umlegeschalter angewählt werden, aus welchem der Sprit kommen soll.

Let’s go flying! Ich verstehe mich mit dem Tiger, der sich eher wie ein Schmusekätzchen anfühlt, auf Anhieb gut. Keine scharfen Krallen, das Ding gehorcht und – sehr auffällig – reagiert direkter als die bisher geflogenen Vögel. 70 Knoten im Steigflug, ein Zwick an der Trimmung und selbst ist das Flugzeug. Und zwar mit 1000fpm – die Steigleistung ist spürbar besser!

Der erste Landeanflug (an einem noch nie angeflogenen Platz) klappt mit klaren Anweisungen des Fluglehrers recht gut. Powersetting, Speed und Landeklappen führen automatisch zu einem stabilen (windstillen) Landeanflug. Das schafft Vertrauen. Die Landung fange ich dann allerdings beim ersten Mal zu hoch ab – und dank der aerodynamischen Güte will der AA-5B Tiger nicht sonderlich schnell zu Boden. Die zweite und dritte Landung klappen jedoch schon gut. Apropos Aerodynamik – beim Level-off mal eben das Gas kurz stehen lassen und schon stehen 120kts auf dem Tacho! Ich freue mich schon jetzt auf meinen ersten Reiseflug nach LSZS Samedan im Winter 🙂

Unter der Zentralschweizer Hochnebeldecke wird’s langsam dunkel und nach der dritten Landung zirkeln wir die HB-UCM wieder in den Hangar. Man achte aufs Schiebedach – auf den nächsten Hochsommerflug freue ich mich auch schon, denn man kann diese Maschine auch mit einem 10cm Spalt im Dach fliegen – Cabriofeeling 1000m über Grund!

Bis dahin dauert es aber noch eine Weile (falls denn 2011 ein Sommer geplant ist), und zuerst muss ich ja noch offiziell auf dem Typ “ausgecheckt” werden. Ich freue mich auf den nächsten Flug, der Tiger in mir ist geweckt!

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