Fliegen? Najaaa, nicht so gaaanz richtig. Aber beim Schnee- und Eistraining mit dem Auto ist es häufig nicht weit her mit der Bodenhaftung! Nach dem 1.1. ging es gestern wieder auf eine vereiste Piste, und zwar auf einen ehemaligen Militärflugplatz im Berner Oberland, mit vier statt drei Rädern.
Der Touring Club der Schweiz TCS bietet solche Trainings an vier Orten in der Schweiz an. Ich habe mich aufgrund der Lage („Das kleinste Übel“) für St. Stephan entschieden. Das Gelände ist weitläufig und die Theorieräume sind in einem ehemaligen Jet-Hangar untergebracht – der Geist von Vampire, Mirage und Hunter weht durchs „Gebälk“. Die Kursorganisation ist wie gewohnt gut und die Instruktoren sind gut gelaunt trotz des Samstags-Einsatzes bei -8°C. Nach einer Einführung gehts auch schon raus, in die Autos.
Heizung an – the heat is on!
Erst mal gibts eine kleine „Flughafenrundfahrt“ – wir schauen uns die Übungsplätze im Konvoi an. Wie man sieht, bei schönstem Wetter. Der Berg rechts taucht die Anlage ab Mittag leider in Schatten – darum gibts hier auch so gute Schneeverhältnisse.
In der Reihe zur Übung „ABS-Vollbremsung“. Der Yaris rechts vorne nimmt Anlauf, beschleunigt auf 50km/h und wird bei der Markierung voll in die Eisen steigen. Wir werden alle selber erleben, dass der Bremsweg bei ca. 50km/h rund 50 Meter beträgt und bei 60km/h schlittern einige bis 100m weit. Der Reaktionsweg bei 50lm/h ist übrigens nochmal 15 Meter.
Ferner werden wir Kurvenfahren und Kurvenbremsen üben (schneller als 30km/h = Abflug), einen Slalomkurs befahren, Ausweichbremsen links/rechs mit Überraschungsmoment, es gibt einen Ausflug in die benachbarte Kiesgrube – Bergabbremsen und Bergauffahren plus ein bisschen „Rallye Finnland“ 😀 und schliesslich …
…der Elchtest. Meine Wenigkeit im VW Polo mit 60km/h durch die Spurgasse…
…links um den ersten Schaumgummi und dann rechts um den zweiten Schaumgummi – ohne Bremsen. Hier war es ganz eindrücklich zu sehen, was das ESP leisten kann: Mit ESP on ging es mit 80km/h durch die Hindernisse (irgendwann kann man nicht mehr schnell genug lenken) – das Auto blieb dabei stabil und konnte abgebremst werden. Mit ESP off wird das Heck bei den Lenkmanövern leicht und brach aus. Es waren schwer einzufangende 30° und das bereits bei 60km/h. Liebe Leserinnen und Leser, Ihr seid mir sehr wichtig, darum hier mein Rat: Kauft Euch beim nächsten Mal ein Auto mit ESP! Die Schleuderbremse ist eine beeindruckende Erfindung…
Nach dem Kurs – „Koni weiss“ an den Federbeinen und eine zünftige Eisschicht in den Radhäusern, am Heck und…
… dick eingeeiste vordere Radläufe als „Trophäen“ 🙂
Naja, eigentlich wesentlich wichtiger sind die Erkenntnisse, dass auf Schnee und Eis die Geschwindigkeit eigentlich 50km/h NICHT überschreiten sollte und wie das Auto bei Notsituationen reagiert. Alles sollte natürlich auf guten Marken-Winterpneu stattfinden. Gleichsam wichtig war die Erkenntnis, dass es einige Leute bei Schnee und Eis „zu gut“ meinen und ihre Tachonadel nie über die 20er Marke raus bringen *ggrrrr* , obschon der Grip längstens noch vorhanden wäre. Solchen und alle anderen AutomobilistInnen, welche mal bei Schnee unterwegs sind, kann ich den „Flug auf 4 Rädern“ wärmstens empfehlen! Und Spass macht’s übrigens auch 🙂





